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„Satire vom Lande“ geht in die Verlängerung

- Peter Mennes Ästhetik westfälischer Misthaufen in der Ausstellung „Satire vom Lande“ im Westfälischen Literaturmuseum Haus Nottbeck.
Ausstellung mit Zeichnungen von Peter Menne und Texten von Michael Klaus noch bis zum 30. März im Literaturmuseum - Haus Nottbeck zu sehen
Aufgrund des großen Besucherinteresses wird die aktuelle Sonderausstellung „Satire vom Lande – Ein Westfälisches Sittenbild“ im Haus Nottbeck verlängert. Noch bis zum 30. März sind die Karikaturen und Zeichnungen von Peter Menne in Verbindung mit den satirischen Texten von Michael Klaus im Museum für Westfälische Literatur in Oelde-Stromberg zu sehen. Die an den Bildband „Heimatkunde“ angelehnte Ausstellung dokumentiert mit einem Augenzwinkern die unverwechselbare Mentalität der Westfalen in ihrem Leben rund um "Ackerbau und Viehzucht". Das ausgeprägte Vereinsleben steht dabei ebenso im Blickpunkt wie der unerschütterliche Glaube an die katholische Kirche.
Die Tür des Schweinestalls von Bauer Heinrich Dahlhaus aus der ostwestfälischen Kleinstadt Delbrück hat sich verklemmt. Dahlhaus ist gestrandet zwischen Mastebern und Kraftfutter. Hier hat er Zeit, über sein verkorkstes Leben nachzudenken. Die Frau ist ihm weggelaufen. Der Mutter hat er während einer feuchtfröhlichen Skatrunde das geweihte Wasser aus Lourdes weggetrunken. Die Affären mit der Kellnerin Gabi und der Frau des Schützenkönigs enden um ein Haar in Kettensägen-Katastrophen. Und schließlich fliegt der Stall bei einer Gülle-Explosion in die Luft. So das Panorama einer Handvoll Satiren, die Michael Klaus dem „Westfälischen Sittengemälde“ beigesteuert hat.
Die Idee zu dem Bildband ging von Peter Menne aus. Man meint nicht selten, in den Karikaturen Nachbarn oder Verwandte zu entdecken, Menschen, die in all ihrer Verschrobenheit und kümmerlichen Eitelkeit immer noch liebenswert erscheinen. Der Maler und Grafiker fand in Michael Klaus einen kongenialen und gleich gestimmten Partner, der mit fabelhaftem Gespür für Spannung und satirische Pointen die Episoden aus dem Leben des Bauern Dahlhaus serviert. „Und obwohl Klaus’ Texte und Mennes Bildsatiren für sich bestehen können, fügt sich das Mosaik schnell zusammen und erscheint ’wie aus einem Guss’", berichtet Walter Gödden, der wissenschaftliche Leiter des Literaturmuseums.
Michael Klaus, laut WDR "einer der wichtigsten Satiriker und Kurzprosaisten deutscher Sprache", lebt als freier Schriftsteller in Gelsenkirchen. Er veröffentlichte Gedicht- und Erzählbände, Satiren, Romane und über zwanzig Hörspiele. Er schrieb Drehbücher zu Fernsehspielen und zum Adolf-Winkelmann-Kinofilm „Nordkurve“. Er erhielt Stipendien der Stadt Gelsenkirchen, des Landes NRW, der Filmstiftung NRW und des Darmstädter Literaturfonds. 1981 wurde er mit dem Förderpreis des Landes NRW und 1991 vom Kommunalverband Ruhrgebiet mit dem Literaturpreis Ruhrgebiet ausgezeichnet.
Peter Menne, 1962 in Delbrück geboren, lebt seit 1995 in Potsdam. Menne studierte nach einem Schriftsetzerpraktikum in Paderborn an der Fachhochschule Bielefeld Grafik-Design mit dem Schwerpunkt Illustration sowie Freie Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Er erhielt Stipendien des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und der Stadt Schieder-Schwalenberg. Seit 2000 übt Peter Menne eine Lehrtätigkeit an der Fachschule für Design in Berlin aus. In den Bereichen Zeitschriften- und Schulbuchillustration arbeitet er seit 1993 für verschiedene Verlage im deutschsprachigen Raum.
Der Bildband „Heimatkunde – Ein Westfälisches Sittengemälde“ ist zum Preis von 29,90 Euro im Literaturmuseum erhältlich. Die Ausstellung „Satire vom Lande“ ist bis zum 30. März zu sehen. Geöffnet: dienstags bis freitags, 14 bis 18 Uhr, und samstags und sonntags 11 bis 18 Uhr. Museum für Westfälische Literatur – Haus Nottbeck, Landrat-Predeick-Allee 1, 59302 Oelde-Stromberg. Infos unter www.kulturgut-nottbeck.de.


