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Auf den Spuren des Jakob van Hoddis

- Die Stadt in ihrer dynamischen wie apokalyptischen Dimension ist ein zentrales Thema sowohl in der Dichtkunst als auch in der Malerei des Expressionismus, wie hier bei Ludwig Meidner (Bild: Katalog).
Expressionismus-Projekt für Deutschkurse im Museum für Westfälische Literatur
„Die Welt im letzten Zucken, im eigentlichen Kern aufzusuchen und neu zu schaffen“, so beschreibt der Schriftsteller und Literaturtheoretiker Kasimir Edschmid 1917 die große Aufgabe der expressionistischen Dichtkunst. Nicht mehr nur schildern oder wiedergeben, sondern suchen, erleben und aktiv gestalten, sind die neuen Ziele jener herausragenden Epoche des Expressionismus, der das Museum für Westfälische Literatur in einem museumspädagogischen Projekt auf den Grund zu kommen sucht.
Zum Anlass der aktuellen Jakob van Hoddis-Ausstellung „All meine Pfade rangen mit der Nacht“ bietet das Literaturmuseum für Deutschkurse ab der 11. Klasse auf dem Oelder Kulturgut Haus Nottbeck die Möglichkeit, den Unterricht mit einem speziellen Expressionismus-Programm zu bereichern. Im Mittelpunkt steht dabei die bewegte Biographie des Dichters Jakob van Hoddis, an der wichtige Aspekte dieser künstlerischen Strömung kennen gelernt und vertieft werden können.
Die Ausstellung thematisiert in Werkauszügen, zeitgenössischen Zeugnissen sowie in Bildern, Fotografien und Film- und Tondokumenten viele bisher unbekannte Aspekte der Lebens-, Familien- und Psychiatriegeschichte des Jakob van Hoddis, der - neben Georg Heym - als Begründer des literarischen Expressionismus gilt. Neben dem berühmten Gedicht „Weltende“ schuf van Hoddis zahlreiche visionäre Texte, die die ambivalente Stimmung zwischen Zukunftsangst und gesellschaftlicher Befreiung in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg pointiert zum Ausdruck brachten. Darüber hinaus vermittelt das Projekt die historischen Hintergründe und das künstlerische Umfeld der Epoche. Unter Einbeziehung unterschiedlicher Medien werden die Künstler des expressionistischen „Neuen Club“ ebenso betrachtet wie die Verbindungen zur expressionistischen Malerei und zu dadaistischen Tendenzen der Zeit. Auch das tragische Schicksal eines jüdischen Dichterlebens unter der nationalsozialistischen Diktatur wird am Beispiel van Hoddis’ verdeutlicht. Auf diese Weise soll ein möglichst facettenreiches Bild der Epoche entstehen, das sich als Einstieg wie auch als Vertiefung oder Abschluss einer Unterrichtsreihe „Expressionismus“ eignet. Inhaltliche Schwerpunkte können nach Absprache ergänzt oder variiert werden.
Das Projekt zur expressionistischen Literatur wird auch nach Beendigung der Jakob van Hoddis-Ausstellung als museumspädagogisches Angebot des Literaturmuseums erhalten bleiben. Weitere Informationen und Anmeldungen im Museum für Westfälische Literatur – Haus Nottbeck, Landrat-Predeick-Allee 1, 59302 Oelde-Stromberg, Tel.: 02529/949457, e-mail: info(at)kulturgut-nottbeck.de

