Literarische Klänge im Museumspark
Auf dem Kulturgut Haus Nottbeck sind die drei Hörinseln wieder eröffnet. Zu hören sind neue CD-Produktionen des Literaturmuseums.
Das Museum für Westfälische Literatur in Oelde-Stromberg bietet ab sofort wieder die Gelegenheit, Literatur in der idyllischen Landschaft zu erleben. Zu den Museumsöffnungszeiten können die Besucher Klänge und Stimmen der Reihe „Live! auf dem Kulturgut“ an den drei Hörinseln auf dem Außengelände genießen. Die Reihe dokumentiert musikalisch-literarische Veranstaltungen, die auf dem Kulturgut Haus Nottbeck stattfanden.
Derzeit im Programm:
Peter Rühmkorf - Jazz und Lyrik. Dieser Live-Mitschnitt des literarischen Konzerts von Peter Rühmkorf und Mitgliedern des WAF-Jazz-Ensembles zeigt, dass Lyrik und Jazzmusik hervorragend miteinander harmonieren. Der Autor und Essayist Peter Rühmkorf, der selbst schon eine CD mit dem Titel „Jazz und Lyrik“ produziert hatte, las tiefsinnige und amüsante Gedichte aus seinen gesammelten Werken. Dabei wurde er von fünf herausragenden Musikern der Jazzszene begleitet. Diese Lesung bildete die Auftaktveranstaltung zu der Sonderausstellung „Peter Rühmkorf: Die Jahre die ihr kennt. Leben und Werk des großen deutschen Dichters“, die im Museum für westfälische Literatur vom 2. Juli bis zum 16. Oktober 2005 zu sehen war.
Es ist die allererste Produktion, die in der Reihe „Live! auf dem Kulturgut“ erschienen ist.
Peter Rühmkorf wurde 1929 in Dortmund geboren. Er studierte von 1951 bis 1957 Pädagogik, Germanistik und Psychologie in Hamburg, war von 1958 bis 1964 Verlagslektor und lebte als freier Schriftsteller in Hamburg. Peter Rühmkorf erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein literarisches Werk, unter anderem den Droste-Hülshoff-Preis und den Georg-Büchner-Preis. Er starb am 8. Juni 2008.
Die fünf hochkarätigen Musiker sind alle Mitglieder des WAF-Jazz-Ensembles und mehrerer anderer Formationen. Ansgar Elsner (Saxophon), Klaus Grunnemann (Schlagzeug), Burkhard Jasper (Klavier), Christian Kappe (Flügelhorn, Trompete) und Alexander Morsey (Bass) geben nicht nur Jazz-Konzerte im In- und Ausland, sondern gehen auch des Öfteren mit renommierten Musikern der Jazz-Szene auf Tournee.
Eine literarische Reise nach Sizilien – das ist Thomas Valentins „Schnee vom Ätna“. Der Erzählband aus dem Jahre 1981 entwirft ein buntes Potpourri von Impressionen über Kultur, Landschaft und Lebensart der italienischen Insel, verfasst in einem fast zärtlichen Erzählstil.
Während eines „italienischen Abends“ auf dem Kulturgut las der erfahrene Sprecher Alfred Kornemann am 1. März 2007 die verschiedenen Erzählungen aus „Schnee vom Ätna“, aber auch aus Valentins „Frühnachrichten“. Dabei wurde er am Klavier von dem Jazzmusiker Marc Brenken begleitet. Die dabei entstandene höchst spannungsreiche Symbiose aus Worten und Klängen wurde aufgezeichnet und als vierte CD in der Reihe „Live! auf dem Kulturgut“ veröffentlicht.
Thomas Valentin (1922 – 1980) war als Schriftsteller tätig. Er studierte Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie und Psychologie in Gießen und München. Sein Werk umfasst nicht nur Romane und Erzählungen, sondern auch Gedichte, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher für das Fernsehen; für das Drehbuch zu „Grabbes letzter Sommer“ wurde ihm sogar posthum der Adolf-Grimme-Preis verliehen. Fünf Jahre lang verbrachte er mehrere Monate des Jahres auf Sizilien und sammelte so seine Ideen und Eindrücke für „Schnee vom Ätna“ – sein letztes und wohl erfolgreichstes Buch.
Alfred Kornemann ist gebürtiger Lippstädter. Er hat Germanistik, Musikwissenschaft und Theologie studiert und außerdem eine Ausbildung als Sänger und Sprecher absolviert. Kornemann hat bei zahlreichen CD-Aufnahmen mitgewirkt und arbeitet als Sprecher bei verschiedenen Rundfunkanstalten.
Marc Brenken spielt seit seinem achten Lebensjahr Klavier und studierte an der Folkwang Hochschule in Essen. Er war u.a. an der Filmmusik zu „Sonnenallee“ beteiligt und an der CD-Produktion „Kleine Big Banda“ von Paolo Dinuzzi. Außerdem hat er mehrere eigene CD-Projekte realisiert.
Die Erzählungen aus Martin Beckers „Ein schönes Leben“ (2007) lassen tief in die weniger schönen Winkel deutsch-heimatlicher Lebenskultur blicken: Hinter dem blättrigen Anstrich pittoresker Landidyllen liegen marode, hinsiechende Welten verborgen, schwer vor Unmut, Groll und Fluchtgelüsten. Becker erzeugt aus diesen Motiven provinzieller Tristesse ein tragikomisches, an bizarren Szenen reiches Sittenbild – humorig-grotesk und morbide, aber auch voller Mitgefühl und Menschenliebe, ohne in trostloses Befindlichkeitsgejammer zu verfallen. Ganz in diesem Sinne sorgt Kai Dorenkamp am Akkordeon zusammen mit dem Pianisten Ulrich Wagner für die entsprechend pointierte – alles andere als provinzielle – musikalische Note.
Die Aufzeichnung entstand am 26. Juni 2009 auf dem Kulturgut im Rahmen des Symposiums „Du bist Provinz“ und ist bereits die neunte CD in der Reihe „Live! auf dem Kulturgut“.
Martin Becker wurde 1982 geboren, studierte am Literaturinstitut in Leipzig und lebt inzwischen in Berlin. Er rezensiert, porträtiert und schreibt Glossen und Kommentare für den WDR. „Ein schönes Leben“ ist sein erster Roman.
Kai Dorenkamp (Akkordeon) schreibt Songs und Musik für Fernsehkrimis (SOKO Leipzig) und das Kinderfernsehen (Die Sendung mit der Maus). Als Pianist der Band „Bernd Begemann und die Befreiung“ war er bereits im Frühjahr zu Gast auf dem Kulturgut bei dem legendären Konzert zur Ausstellung „Stadt.Land.Pop“.
Ulrich Wagner (Klavier) ist Fachbereichsleiter an der Städtischen Musikschule Ibbenbühren und arbeitet als Begleitmusiker, Komponist und Arrangeur.
Die CD-Reihe „Live! auf dem Kulturgut“ umfasst bislang acht Produktionen mit Texten von Peter Rühmkorf, Georg Weerth, Reinhard Döhl, Thomas Valentin, Ernst Meister, Otto Jägersberg, Wlihelm Busch und August Stramm. Die von Walter Gödden herausgegebene Reihe ist ein Gemeinschaftsprojekt der LWL-Literaturkommission für Westfalen, der Nyland-Stiftung und des Museums für Westfälische Literatur.
Die CDs sind zum Preis von 8,50 Euro im
Museumsshop erhältlich.
Museum für Westfälische Literatur - Kulturgut Haus Nottbeck
Landrat-Predeick-Allee 1
59302 Oelde-Stromberg
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr
Kultur-Café
Öffnungszeiten:
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 14.00 – 18.00 Uhr
Und nach Vereinbarung






