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An den Hörstationen im Museumspark genießen die ersten Besucher die Frühlingssonne und lauschen dem musikalisch-literarischen Programm.

Literarische Klänge im Museumspark

Auf dem Kulturgut Haus Nottbeck sind die drei Hörinseln wieder eröffnet. Zu hören sind neue CD-Produktionen des Literaturmuseums.

 

Das Museum für Westfälische Literatur in Oelde-Stromberg bietet ab sofort wieder die Gelegenheit, Literatur in der idyllischen Landschaft zu erleben. Zu den Museumsöffnungszeiten können die Besucher Klänge und Stimmen der Reihe „Live! auf dem Kulturgut“ an den drei Hörinseln auf dem Außengelände genießen. Die Reihe dokumentiert musikalisch-literarische Veranstaltungen, die auf dem Kulturgut Haus Nottbeck stattfanden.

Derzeit im Programm:

 

  

LIVE! auf dem Kulturgut 6: Otto Jägersberg - „Weihrauch und Pumpernickel“. Literatur und Jazz.

„Weihrauch und Pumpernickel“ (1964) war ein grandioser Startschuss für den damals erst 22-jährigen Otto Jägersberg, der später nicht nur als Romanautor und Erzähler, sondern auch als Regisseur und Drehbuchautor in Erscheinung trat. Sein literarisches Debüt  „Weihrauch und Pumpernickel“ wurde zu einem Klassiker der westfälischen Literatur. Die deutsche Schriftstellerprominenz zollte damals höchsten Beifall, die Auflagenhöhe kletterte auf über 70.000 Exemplare. In seinem „Westpfählischen (!) Sittenbild“ geht der Autor forsch, frech, mit viel Attitüde und barockem Erzählschwall zu Werke. In 34 kurzen Kapiteln werden Kindheit und Jugend des Georg Holtstiege aus Angelmodde bei Münster skizziert – mit einer eulenspiegelhaft-fragmentarischen Erzählweise, die vor Kalauern und schlichtem Blödsinn nicht zurückschreckt. Jägersberg belebte mit dem Werk nicht nur die Tradition des Schelmenromans neu, sondern auch – wie Carl Zuckmayer hervorhob – die Gattung des Heimatromans.

Otto Jägersberg lebt als freier Autor in Baden-Baden. Einen umfassenden Überblick zu Leben und Werk gibt das Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren, herausgegeben von der Literaturkommission für Westfalen.

Jan Klare lebt nach Stationen in Düsseldorf, London und Hilversum seit über zehn Jahren in Münster und bereichert die dortige Jazz-Szene mit einer breiten Palette musikalischer Aktivitäten. Mit „Das böse Ding“, „Tausend“ und „Autofab“ ist nur eine kleine Auswahl seiner Bands genannt. Klares Interesse gilt stetes auch der Verbindung von Musik und Literatur, wie auch die Produktion „Live! auf dem Kulturgut 5: Ernst Meister – „Unterm schwarzen Schafspelz“ zeigt.

 

LIVE! auf dem Kulturgut 7: Wiglaf Droste und das Spardosen-Terzett - „Voilà, ein Tusch! Für Wilhelm Busch“. Jazz und Literatur.

„Voilà, ein Tusch! Für Wilhelm Busch" – Anlässlich des 100. Todestages von Wilhelm Busch stellte Wiglaf Droste dieses Programm exklusiv für das Museum für Westfälische Literatur zusammen. Droste, im Elternhaus früh durch Busch-Texte und ganz besonders durch den „Tobias Knopp“ geprägt, ging es wie anderen (westfälischen) Autoren auch: Er konnte Gemeinsamkeiten mit Wilhelm Busch entdecken, der – wie Droste selbst – ein scharfzüngiger Kritiker deutscher Zustände ist. Dem Ungemach Welt ist angemessen wohl nur satirisch beizukommen, mit einem Humor, der nah am Galgenlied siedelt. Die Vertonung der Busch-Gedichte lag in den Händen von Rainer Lipski, Mickey Neher und Kai Struwe, dem Spardosen-Terzett, das mit Droste am 6. März 2008 diese fünfte gemeinsame CD einspielte. Sämtliche Kompositionen wurden sonders für den Abend in Nottbeck geschrieben und sind Erstaufführungen.

Wiglaf Droste, geboren in Herford; Dichter, Satiriker, Sänger und Vorleser; zahlreiche Buch- und CD-Veröffentlich­ungen, zuletzt u.a. „nutzt gar nichts, es ist Liebe“ (Gedichte, 2005), „Westfalian Alien“ (2005), „Kafkas Affe stampft den Blues“ (2006); gemeinsam mit Vincent Klink und Nikolaus Heidelbach die Trilogie „Wurst“, „Weihnachten“ und „Wein“ (2006-2008). 2003 erhielt Wiglaf Droste den Ben-Witter-Preis, 2005 den Annette von Droste-Hülshoff-Preis.

Das Spardosen-Terzett aus Essen spielt seit 2000 in der Besetzung Rainer Lipski, Mickey Neher und Kai Struwe. ‚Die Zeit‘ nannte das Trio „die größte kleine Kapelle der Republik“. Die CD „Neues aus Vogelheim“ erschien im Jahr 2006; gemeinsam mit Wiglaf Droste entstanden die CDs „Für immer“ (2000), „Wolken ziehn“ (2002), „Das Konzert“ (2004) und „Seit du dabist auf der Welt“ (Lieder nach Gedichten von Peter Hacks, 2008).

 

LIVE! auf dem Kulturgut 8: August Stramm. Jazz und Lyrik.

Alfred Döblin äußerte 1915 anlässlich des Todes von August Stramm: „Ich weiß keinen, der so, ohne zu spielen und Faxen zu machen, mit der deutschen Sprache gewaltsam umgesprungen wäre“. Niemand habe Sprache derart gedreht, gehobelt und gebohrt, bis sie ihm gerecht wurde. – Im Zentrum von Stramms radikalem Schaffen steht der existentielle Lebenskampf – nicht nur in seinen Kriegs-, sondern auch in seinen Liebesgedichten, in der es ebenfalls um Rausch, Trieb und Leiderfahrung geht. Dem vorliegenden Live-Mitschnitt liegen seine Gedichtbände „Du“ (1915) und „Tropfblut“ (postum 1919) sowie briefliche Zeugnisse zugrunde.
Der literarische Jazz-Abend auf dem Kulturgut Haus Nottbeck zur Eröffnung der Ausstellung „august stramm: texte“ im Jahr 2008 wurde von Presse und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommen. Der Herausforderung einer künstlerischen Interpretation von Stramms Lyrik stellte sich der Schauspieler und Rezitator Andreas Rammstein gemeinsam mit den Jazz-Größen Marc Brenken (Flügel) und Christian Knappe (Trompete). In der virtuosen, atmosphärisch dichten Darbietung mit eigens für diese Veranstaltung komponierter Musik rezitierte Rammstein die Gedichte und Briefe Stramms mal mit einfühlsamer Zurückhaltung, mal mit brachialer Kraft.

Andreas Ramstein, Sprecher. Ausbildung an der Schauspielakademie Zürich.
Engagements u.a. am Schauspielhaus Bonn, den Städtischen Bühnen Münster, am Theater Krefeld Mönchengladbach, den Wuppertaler Bühnen und am Prinz-Regent-Theater, Bochum.

Marc Brenken, Klavier, nennt als Einflüsse Erroll Garner, Bill Evans, Herbie Hancock, Jacky Terrasson und Brad Mehldau. Zahlreiche eigene CD-Projekte  und Kooperationen.

Christian Kappe, Flügelhorn und Trompete, ist Mitglied der Barbara Dennerlein Band und unterrichtet an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Diverse CD-Einspielungen und Studioproduktionen (u.a. Phil Collins, Eric Clapton).

 

 

Die CD-Reihe „Live! auf dem Kulturgut“ umfasst bislang acht Produktionen mit Texten von Peter Rühmkorf, Georg Weerth, Reinhard Döhl, Thomas Valentin, Ernst Meister, Otto Jägersberg, Wlihelm Busch und August Stramm. Die von Walter Gödden herausgegebene Reihe ist ein Gemeinschaftsprojekt der LWL-Literaturkommission für Westfalen, der Nyland-Stiftung und des Museums für Westfälische Literatur.

 

Die CDs sind zum Preis von 8,50 Euro im Museumsshop erhältlich.

 

  

Museum für Westfälische Literatur - Kulturgut Haus Nottbeck

Landrat-Predeick-Allee 1

59302 Oelde-Stromberg

 

Öffnungszeiten:

Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr

Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr

 

Kultur-Café

Öffnungszeiten:  

Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 14.00 – 18.00 Uhr

Und nach Vereinbarung