Sie sind hier: Startseite / Kulturgut Haus Nottbeck / Pressemitteilungen / „Emilie Reinbeck“ von Hertha Koenig

Suche

„Emilie Reinbeck“ von Hertha Koenig

Ein romantisches Frauenschicksal wird wiederentdeckt: Buchvorstellung und Lesung im Museum für Westfälische Literatur am 26. Februar mit dem bekannten Feuilletonisten Tilman Krause („Die Welt“).

 

Frauen des 19. Jahrhunderts wurden meist darüber definiert, zu wem sie gehörten. Auch auf Emilie Reinbeck trifft dies zu. Sie blieb jedoch nicht als Ehefrau des Hofrats Reinbeck in Erinnerung, sondern als Muse des Dichters Nikolaus Lenau, aber auch als große Salonnière ihrer Zeit. Ihr für die Romantik typisches Frauenschicksal ist das Thema eines Romans von Hertha Koenig, die in den 20er Jahren zu den bedeutendsten Lyrikerinnen Deutschlands zählte. Tilman Krause, leitender Literaturredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, stellt den Roman „Emilie Reinbeck“ am 26. Februar 2009 auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg vor. Seine Erläuterungen umrahmen die Lesung der Schriftstellerin und Journalistin Stefanie Viereck. Die Lesung und Buchvorstellung beginnt um 20.00 Uhr.

 

Emilie Reinbeck (1794-1846), eine Urgroßtante Hertha Koenigs, war eine talentierte Malerin. Dennoch wird sie von Selbstzweifeln und Zweifeln an ihrer Kunst heimgesucht. Das Hartmann-Reinbecksche Haus stellte eine der ersten Adressen in Stuttgart dar. Wichtige Persönlichkeiten der schwäbischen Romantik ging dort ein und aus: Ludwig Uhland, Justinius Kerner, Gustav Schwab, Karl Mayer und Wilhelm Hauff. Auch der Dichter Nikolaus Lenau gastierte oft bei der Familie Reinbeck. Er führte ein Wanderleben voller chaotischer Liebschaften und Ruhelosigkeit. Eine „heile Welt“ fand er einzig bei den Reinbecks, insbesondere bei Emilie. Den Dichter und die Malerin verbanden eine tiefe Freundschaft sowie die Vorliebe für Düsteres, Melancholisches. „Sie malte nach seinen Gedichten, er dichtete nach ihren Bildern.“

 

Der Roman erhielt schon zur Zeit seiner Veröffentlichung (1913) viel Aufmerksamkeit. Nicht nur, weil er in dem renommierten Fischer-Verlag erschien. Er demonstrierte, wie gesellschaftliche Konventionen, Individualität und Selbstverwirklichung hemmten. „Es ist Hertha Koenig gelungen, die Wandlungen dieser durch und durch liebenswürdigen, in Schmerz und Selbstzucht gereiften Frauennatur ergreifend darzulegen“, lobte ein Rezensent im Jahr 1913.

 

Hertha Koenig (1884-1976) war Schriftstellerin, Mäzenin und Kunstsammlerin. Sie verkehrte mit Persönlichkeiten wie Theodor Heuss, Oskar Maria Graf, Pablo Picasso, Samuel Fischer und Rainer Maria Rilke, der ihr die fünfte seiner berühmten „Duineser Elegien“ widmete. Geboren wurde sie auf dem Gut Böckel in Rödinghausen (Kreis Herford), das ihre materielle Unabhängigkeit sicherte. Auf dem Gut richtete sie Lesungen und Konzerte aus. Das schriftstellerische Schaffen Hertha Koenigs, das den Nerv ihrer Zeit traf und auf eine Höhe mit den Dichtungen Rilkes und Stefan Georges gestellt wurde, war schon mehrfach Thema im Museum für Westfälische Literatur, zuletzt 2007 in einer Sonderausstellung, die das vielfältige Oeuvre der westfälischen Dichterin im Spiegel des kulturellen Lebens im frühen 20. Jahrhundert nachzeichnete.

 

Tilman Krause ist Literaturkritiker und seit zehn Jahren leitender Literaturredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, daneben Moderator, Herausgeber und Dozent für literaturkritische Publizistik. Stefanie Viereck arbeitet als Journalistin, freie Autorin, Lektorin und Übersetzerin. Die von Tilman Krause kommentierte Neuausgabe des Romans ist 2008 im Pendragon Verlag erschienen und für 19,90 EUR im Museum für Westfälische Literatur erhältlich.

 

Karten gibt es beim Die Glocke-Kartenservice (Tel.: 02522-73300), Forum Oelde (Tel.: 02522-72800) und im Kulturgut Haus Nottbeck (Tel.: 02529-945590).

 

Eintritt: VVK 10,00 EUR / 8,00 EUR (zzgl. VVK-Gebühr); AK 13,00 EUR / 11,00 EUR.

Freie Platzwahl

 

Museum für Westfälische Literatur - Kulturgut Haus Nottbeck

Landrat-Predeick-Allee 1

59302 Oelde-Stromberg

Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr

Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr

 

Weitere Informationen unter Tel.: 0 25 29 / 94 55 90 und www.kulturgut-nottbeck.de

Pressekontakt: Dirk Bogdanski, Tel.: 02529-945592