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„Die Reise nach dem Mond"

Annette von Droste-Hülshoff, Bleistiftzeichnung von Franz Nadorp, 1829 (LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster)
Nonnenwerth, Rolandseck und Siebengebirge mit Drachenfels. Gouache von Eugene Isabey (Stadtmuseum Bonn)
Maskenball im Gürzenich, kolorierter Holzstich von 1858 (Kölner Karnevalsmuseum)
Dampfschifffahrtsschein vom 5. August 1838 (Stadtarchiv Düsseldorf)

Mit Deutschlands größter Dichterin an die Orte ihrer Sehnsucht:Ausstellung „Die Reise nach dem Mond - Annette von Droste-Hülshoff im Rheinland“. Einführungsmatinee am 03.10.2008 um 11 Uhr; Frühstück im KulturCafé ab 10 Uhr.

 

Ein bislang wenig beachteter Aspekt im Leben und Werk Annette von Droste-Hülshoffs (1797-1848) steht vom 03.10. bis 16.11.2008 im Mittelpunkt einer Ausstellung im Museum für Westfälische Literatur. Mehrere Reisen ins Rheinland in den 1820er und 30er Jahren bedeuteten für die Dichterin jenseits des engen Kreises der westfälischen Großfamilie die Erfahrung von Offenheit und Freiheit, geistigem Austausch und Anerkennung ihres schriftstellerischen Schaffens. Die Ausstellung zeichnet die Aufenthalte der Droste im Rheinland nach und untersucht deren Einfluss auf ihre Persönlichkeit und ihr literarisches Werk. Zu sehen sind in Oelde neben Erstausgaben, Briefen und Gemälden auch originale Handschriften der Dichterin.

 

Neun Mal und insgesamt knapp zwei Jahre hielt sich die aus dem westfälischen Landadel stammende Dichterin ab 1825 in der Region um Bonn, Köln und Koblenz auf. Hier tauchte sie ein in eine völlig neue Welt. Der dem Motto des damaligen Kölner Karnevals entlehnte Titel „Die Reise nach dem Mond“ deutet an, wie sehr sich das Rheinland in den Augen der Droste von ihrer Heimat unterschied. Begierig nimmt sie Anteil am gesellschaftlichen und geistigen Leben, sie hört Gedichtvorträge und Gesangsdarbietungen, besucht Bälle und macht Bekanntschaft mit zahlreichen Gelehrten und emanzipierten Frauen wie Sibylle Mertens-Schaaffhausen und Adele Schopenhauer. Ihre Gedichte und Erzählungen wurden in diesen Kreisen mit großem Interesse aufgenommen, und in dem aufgeschlossenen literarischen Klima fand sie Unterstützung für ihre ersten Veröffentlichungsversuche. Umgekehrt schlugen sich die neu gewonnenen Eindrücke und Erlebnisse auch in den Werken der Droste nieder.

 

Ihre Reisen waren mehr als nur Verwandtschaftsbesuche, sie standen für Bewegung und Veränderung und ließen die ansonsten sehr zurückhaltende Dichterin emotional auftauen. „So tritt die Droste mir im Jahre 1825 als eine völlig andere entgegen als vor 1820“, erinnert sich eine Zeitgenossin.

 

Konzipiert wurde die Ausstellung vom Stadtmuseum Bonn in Zusammenarbeit mit dem Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf, der LWL-Literaturkommission für Westfalen und dem Museum für Westfälische Literatur. Die Schau geht vom idealisierten Rheinlandbild der Droste aus und lässt die Besucher mitreisen an die Orte ihrer Sehnsucht. Dabei stehen nicht nur Stücke aus den großen rheinischen Archiven und Museen zur Verfügung, sondern auch selten gezeigte Leihgaben aus der Familie Droste-Hülshoff und den Münsteraner Bibliotheken und Archiven. Ein bislang wenig beachteter Aspekt im Leben und Werk der Droste gewinnt so Kontur und ermöglicht einen neuen Zugang zu „Deutschlands größter Dichterin“.

 

Das Begleitbuch zur Ausstellung ist im Literaturmuseum zum Vorzugspreis von 14,00 Euro (Buchhandelspreis 19.50 Euro) erhältlich.

 

Eröffnet wird die Ausstellung auf dem Kulturgut Haus Nottbeck am 03.10.2008 um 11 Uhr mit einer Einführungsmatinee im Literaturmuseum. Zuvor lockt das KulturCafé ab 10 Uhr mit einem opulenten Frühstücksbuffet.

 

 

Museum für Westfälische Literatur - Kulturgut Haus Nottbeck

Landrat-Predeick-Allee 1

59302 Oelde-Stromberg

 

Öffnungszeiten:

Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr

Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr

 

Kultur-Café

Öffnungszeiten:  

Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 14.00 – 18.00 Uhr

Und nach Vereinbarung