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Nottbecker Kultur-Winter
Neues Quartalsprogramm für Januar - März 2009.
Ausstellung
bis SO 19.04.2009
Stadt.Land.Pop. popmusik zwischen westfälischer provinz und hamburger schule
Bernd Begemann // Blumfeld // Erdmöbel // Bernadette La Hengst // Die Sterne
Manch einer hört seit Jahrzehnten gute deutschsprachige Popmusik und ahnt gar nicht, dass viele der ambitioniertesten Bands, die mit ihren Songs und literarisch orientierten Texten Pop-Geschichte geschrieben haben, aus Westfalen kommen. Nicht nur in Hamburg oder Berlin begann die musikalische Entwicklung von klingenden Namen der Szene, sondern auch in Ostbevern und Bad Salzuflen. Die Ausstellung schließt diese Lücke und verlinkt Lyrik und Lyrics aus der Region. Sie zeichnet nach, wie sich Westfalen in die Popmusik einschreibt und wie sich das ambivalente Verhältnis zwischen provinzieller Herkunft, Wahlheimat und (mindestens) landesweiter Wahrnehmung in den Songtexten spiegelt. Bernd Begemann, Bernadette La Hengst und Die Sterne mit Frank Spilker (alle Bad Salzuflen), Blumfeld (mit Frontmann Jochen Distelmeyer aus Brake) und Erdmöbel (aus dem Münsterland) stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Gezeigt werden neben den Songtexten bislang nicht zugängliche Exponate aus den einzelnen Musikerkarrieren sowie Videos und Interviews, die im Rahmen des Projekts entstanden. Selbstdarstellungen und Pressematerial, Kassetten-, LP- und CD-Cover aus zwei Jahrzehnten und vieles mehr geben neue Einblicke in die Pop-Welt der 80er und 90er Jahre.
Ein Projekt der LWL-Literaturkommission für Westfalen in Kooperation mit den Universitäten Münster und Paderborn sowie dem Museum für Westfälische Literatur. Gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, der LWL-Kulturstiftung und der Nyland-Stiftung.
Theater
FR 23.01.2009 | 19.30 Uhr
Der Wilde Westen – Theaterspektakel von Stefan Keim
Ein humorvoller Parforceritt durch die Geschichte Südwestfalens
„Tiefe Wälder, Felsenmeer, Kunst und Industrie / Wer aus Südwestfalen kommt, vergisst die Heimat nie / Denn hier leben nur die Härtesten, hier leben nur die Besten / Abenteuer pur: Der Wilde Westen.“ – Mit humorvollem Blick und liebevoll dosierter Satire beleuchtet das Ensemble des Kulturzentrums Lichtburg (Wetter) die spannende südwestfälische Historie. „Der Wilde Westen“ ist lebendige Geschichtsvermittlung mit Mitteln der klassischen Straßentheaterkunst: Ein Bänkelsänger leitet den Zuschauer durch das Spektakel, unter anderem in eine mittelalterliche Waldschmiede. Dort führt das Zwergenpaar Mime und Rosalind mit stahlharter Hand eine Spezialfirma für hochklassige Kampfschwerter – augenzwinkernde Seitenhiebe auf die Arbeitswelt der Gegenwart sind garantiert. Auch Romantiker kommen nicht zu kurz, wenn in der ironisch-heiteren Liebesgeschichte zwischen Irmgard von Berg und Graf Eberhard von der Mark die Funken sprühen.
Eine Produktion des Kulturzentrums Lichtburg Wetter. Gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen und der LWL-Kulturstiftung.
Platzkategorie A: VVK 14 € / 12 € (zzgl. Gebühr) | AK 16 € / 14 €
Platzkategorie B: VVK 12 € / 10 € (zzgl. Gebühr) | AK 14 € / 12 €
Konzert im Rahmen der Ausstellung „Stadt.Land.Pop.“
DO 05.02.2009 | 20.00 Uhr
Bernd Begemann & Die Befreiung
Auf der Bühne gibt Bernd Begemann alles, bis zum letzten Schweißtropfen. Er ist unablässig auf Tour und gibt rund 100 Konzerte im Jahr, etwa die Hälfte davon mit seiner Band „Die Befreiung“. Seine Auftritte sind berüchtigt, er spielt so lange, wie seine Kräfte reichen – oder die seines Publikums. Eine feste Setliste gibt es nicht: Begemann schöpft spontan aus einem Repertoire von 350 eigenen Songtiteln. Das hat den „Hardest Working Man in German Pop-Business“ in der Szene legendär gemacht. Begemanns Lieder sind aus dem Leben gegriffen, gnadenlos wahr und liebenswert amüsant. Er will den populären Song ohne Peinlichkeiten: „Wenn Leute nicht das Ohr haben, meine Lieder von Schlagern zu unterscheiden, sind ihre Seelen verloren“. Begemann geht dahin, wo es weh tut, nämlich mitten in den Alltag. Seine Texte liefern treffsicher mikroskopische Beobachtungen Deutschlands, sein Generalthema ist die Liebe, in einer fast schmerzhaften Wahrhaftigkeit: „Ein Lied, das eine Idee von Liebe vermittelt, ist das Größte. Hoffentlich weinen die Leute, wenn sie das hören.“
www.bernd-begemann.de
VVK 12 € / 10 € (zzgl. Gebühr) | AK 14€ / 12€; Stehplätze
Druckwerkstatt
14.03.2009 | 10.00 - 18.00 Uhr
Ganztägiger Druck-Workshop
Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene können unter der Leitung des Setzers und Druckers Herbert Blaschke in der hauseigenen Werkstatt selbst einen ganzen Tag lang als Autor, Setzer und Drucker arbeiten. Diese traditionelle Herstellung von Texten – von unten nach oben und auf dem Kopf – ist für alle Altersgruppen eine echte Herausforderung! Am Ende des Workshops können die Teilnehmer ihre eigenhändig hergestellten Texte in Plakat-, Heft- oder Minibuchformat mit nach Hause nehmen.
Teilnahme: 45 € pro Person (inkl. Vollverpflegung), Anmeldung erforderlich
Lesung und Buchvorstellung
DO 26.02.2009 I 20.00 Uhr
„Emilie Reinbeck“ von Hertha Koenig. Roman über die schwäbische Romantik
Buchvorstellung: Tilman Krause („Die Welt“), Lesung: Stefanie Viereck
Hertha Koenig (1884-1976), Schriftstellerin, Mäzenin und Kunstsammlerin, zählte in den 1920er Jahren zu den bedeutendsten Lyrikerinnen ihrer Zeit. Zu ihrem Freundeskreis gehörten Rainer Maria Rilke, Oscar Maria Graf, Martin Heidegger und Theodor Heuss. In ihrem Roman „Emilie Reinbeck“ schildert Hertha Koenig auf behutsame Weise ein Frauenschicksal, wie es für die Romantik typisch war. Emilie Reinbeck (1794–1846), eine Urgroßtante Hertha Koenigs, hat sich als talentierte Malerin, als Muse des Dichters Nikolaus Lenau, vor allem aber als große Salonnière in ihrer Zeit einen Namen gemacht. Das Hartmann-Reinbecksche Haus stellte eine der ersten Adressen in Stuttgart dar. Das ganze Personal der schwäbischen Romantik ging dort ein und aus: Uhland, Kerner, Schwab, Mayer und Hauff. Wann immer Lenau sich in Stuttgart aufhielt, wohnte er bei den Reinbecks. Emilie Reinbeck hat nach Lenaus Gedichten gemalt, er nach ihren Bildern gedichtet. Endlich ist der Roman, kundig kommentiert von Tilman Krause, wieder zugänglich.
Tilman Krause ist seit zehn Jahren Feuilleton-Chef der Tageszeitung „Die Welt“. Daneben arbeitet er als Herausgeber, Moderator und Dozent für literaturkritische Publizistik. Krauses Erläuterungen des Romans umrahmen die Lesung der Schriftstellerin und Journalistin Stefanie Viereck.
Eintritt: VVK 10 € / 8 € (zzgl. VVK-Gebühr); AK 13 € / 11€; Freie Platzwahl
Konzert im Rahmen der Ausstellung „Stadt.Land.Pop.“
DO 05.03.2009 | 20.00 Uhr
Bernadette La Hengst
Nach zehnjährigem Erfolg mit der „Punk-Rock-Beat-Girl-Trash-Pop“-Gruppe „Die Braut haut ins Auge“ veröffentlichte La Hengst seit 2002 drei Soloalben, die ein bunt schillerndes Potpourri von Synthie-Punk und klassischem Pop bis hin zu Antiglobalisierungs-Agitprop und zuletzt Elektro-Boogie bieten. Im Einerlei der deutschen Unterhaltungsindustrie fallen ihre Platten durch sozialkritische, dialogorientierte Texte auf, prall gefüllt mit feministischem Gedankengut, weltoffen, sexy und kämpferisch. La Hengst gelingt das Kunststück, gesellschaftspolitische Einsichten mit intimen Einblicken zu kombinieren, ohne sich an den Maßstäben anderer abzurackern. Diese Mischung hat ihr 2003 den Künstlerinnenpreis NRW eingebracht: „Ihre Songtexte sind intelligent und humorvoll. Sie lässt die deutsche Sprache mit imponierender Selbstverständlichkeit zu einer unprätentiösen Poetik des Alltags werden“.
www.lahengst.de
VVK 12 € / 10 € (zzgl. Gebühr) | AK 14 € / 12 €; Stehplätze
Konzert im Rahmen der Ausstellung „Stadt.Land.Pop.“
DO 03.04.2009 | 20.00 Uhr
FrankSpilker.Gruppe
Verschroben plakative Texte und „schnöseliger“ Gesang sind Frank Spilkers Markenzeichen. Seine Band Die Sterne zählt zu den angesagtesten deutschsprachigen Pop-Bands überhaupt. Die Sterne-Alben sind Kult, ihre Konzerte legendär. Seit 2008 ist ihr Kopf und Sänger nun in eigener Sache unterwegs. Nach 15 Jahren Bandgeschichte (die damit nicht enden soll) widmet sich Spilker der Routinevermeidung und der Verwirklichung bislang unerfüllter Wünsche. Der Meister des Wortspiels wartet hier gleich serienweise mit originellem und verdrehtem Sprachwitz auf. In den Songs geht es um Verunsicherung, Selbstreflexion und darum, wie Gemeinschaft ohne den Verzicht auf ein kritisches Bewusstsein funktionieren kann.
Wie schon der Albumtitel impliziert, waren bei seinem Solo-Debüt „Mit all den Leuten“ eine Reihe von Gastmusikern mit von der Partie, darunter der Schlagzeuger Mathias Strzoda und der Bassist Max Knoth, die das Tourneeprogramm mit Spilker bestreiten. Tanzbarer Rockbeat mit subversivem Underground-Einschlag.
www.frankspilker.de
VVK 12 € / 10 € (zzgl. Gebühr) | AK 14 € / 12 €; Stehplätze
Kartenvorverkauf
Die Glocke -– Kartenservice 02522-73300
Forum Oelde 02522-72800
Museum für Westfälische Literatur 02529-945590
Karten für Stadt.Land.Pop-Konzerte gibt es auch in
Bielefeld: AStA Universität 0521-1063423
Münster: Jörgs CD-Forum 0251-58889
Weitere Informationen: www.kulturgut-nottbeck.de
Museum für Westfälische Literatur - Kulturgut Haus Nottbeck
Landrat-Predeick-Allee 1
59302 Oelde-Stromberg
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr
Kultur-Café
Öffnungszeiten:
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 14.00 – 18.00 Uhr
Und nach Vereinbarung
Erstklassiges in Sachen Musik und Literatur bietet der Winter auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg. Informationen über aktuelle Ausstellungen im Museum für Westfälische Literatur, Lesungen, Popkonzerte und vieles mehr finden Sie im neuen Veranstaltungsprogramm (Januar – März 2009), das an vielen Orten in der Umgebung ausliegt.


