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Hans-Ulrich Treichel: Tagesanbruch

Lesung

(c) Heike Steinweg

Wer in Versmold aufgewachsen ist, ist gestraft fürs Leben. Dieser Eindruck stellt sich bei der Lektüre der Werke von Hans-Ulrich Treichel ein. Der Stachel sitzt offenbar tief. Wie sonst wäre zu erklären, dass der Autor seine Kindheits- und Jugenderinnerungen derart häufig zum Gegenstand seiner Texte machte. Im Hintergrund stand dabei immer die Frage: Wie bin ich zu dem geworden, der ich heute bin? Wieso bin ausgerechnet ich zum Schreiben gekommen, wo doch im Elternhaus alles andere als Geisteskultur anzutreffen war?

Treichel ist ein Meister der humoristischen bzw. ironischen Subversion. Er machte zunächst als Lyriker von sich reden. Nach mehreren Gedichtbänden bei Suhrkamp schwenkte er zur Prosa um. Dabei erweist er sich als Variations- und Verwandlungskünstler, der sich die Attitüde des lakonischen Sprechens zu eigen macht: Ein scheinnaives Ich gibt Episoden aus seinem Leben zum Besten, seltsame Begebenheiten, Alltagskatastrophen, die ihm fortwährend widerfahren. Viele dieser Episoden spielen in Westfalen, dem der Autor eine Hass-Liebe entgegenbringt.

Eintritt: VVK: 10 € / 8 €; AK: 12 € / 10 €

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