Tunichtgute und Tunichtböse: Otto Jägersberg gewährt Einblick in sein künstlerisches wie literarisches Werk

Ausstellung mit Kunstwerken des Autors Otto Jägersbergs im Museum für Westfälische Literatur. Lesung zur Eröffnung am Sonntag, 15.11.2015, um 17.00 Uhr.

 

Man kennt ihn als vor allem Romanschriftsteller, Dichter und Erzähler sowie als Drehbuchautor und Filmemacher. Otto Jägersberg. Bereits 1964 gelang dem damals 22-Jährigen der literarische Durchbruch mit seinem Debüt-Roman „Weihrauch und Pumpernickel“ (Diogenes), in dem er den kleinstädtischen Mief seiner münsterländischen Heimat satirisch-frech aufs Korn nahm. Den wenigsten bekannt ist indes sein bildkünstlerisches Schaffen, das nun unter dem Titel „Einblick“ im Museum für Westfälische Literatur auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg vorgestellt wird. Die neue Gartenhaus-Ausstellung des Literaturmuseums mit Bildern, Büchern und Objekten aus der Künstlerwerkstatt Jägersbergs wird am Sonntag, 15.11., um 17.00 Uhr mit einer Lesung des Autors – unter anderem aus seinem aktuellen Gedichtband „Keine zehn Pferde“ – eröffnet.


Otto Jägersberg, geboren 1942 in Hiltrup bei Münster, arbeitete nach einer kaufmännischen Lehre zunächst als Buchhändler, Antiquar und Drucker. Anfang der 1960er Jahre kam Otto Jägersberg als Mitarbeiter des legendären Verlegers V. O. Stomps in die Eremiten Presse, in der auch sein erster Gedichtband erscheinen sollte, bevor ihn der noch junge Diogenes Verlag als literarische Neuentdeckung für sich gewann. Sein Sittenbild „Weihrauch und Pumpernickel“ (1964) machte Furore und zählt heute zu den Klassikern der westfälischen Literatur.

 

Seither trat Jägersberg nicht nur als Romanautor und Erzähler, sondern zudem als Redakteur, Regisseur und Drehbuchautor von über 50 TV-Produktionen in Erscheinung. Daneben ist er auch als bildender Künstler aktiv. In seiner Ausstellung, die vom 15.11.2015 bis zum 31.01.2016 auf dem Kulturgut Haus Nottbeck zu sehen ist, findet sich ein Teil seiner stets verschmitzt-hintersinnigen Werke wieder. „Die Bilder sind gezeichnet wie geschmiert, collagiert oder fotografiert, die Bücher können betrachtet wie gelesen werden, die Objekte sind gemacht wie gefunden“, sagt der Künstler selbst zu seinen Arbeiten: „Tunichtgute und Tunichtböse sind auch dabei. Der Tunichtgut der tut nicht gut, der Tunichtböse tut nicht böse - beide bringen Segen ins Haus.“

 

Zur Eröffnung seiner Ausstellung am 15. November um 17.00 Uhr liest Otto Jägersberg unter anderem aus seinem aktuellen Gedichtband „Keine zehn Pferde“ und beweist mit herb-heiterem lakonischen Purismus, „dass selbst die Lyrik, die subtilste und feinnervigste der drei klassischen Gattungen, eine Angelegenheit für die Lachmuskeln und das Zwerchfell sein kann“ (Stuttgarter Zeitung). Es ist stets ein Vergnügen, diesem Schelm auf seinen Streifzügen zu folgen.

 

Otto Jägersberg: Einblick

G9 Ausstellung im Gartenhaus: SO 15.11.2015 – SO 31.01.2016

 

SO 15.11.2015 | 17.00 Uhr

Lesung zur Eröffnung

Otto Jägersberg: „Keine zehn Pferde“ und andere Werke

Eintritt: VVK 7,00 EUR / 5,00 EUR; AK 9,00 EUR / 7,00 EUR

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