Den Engel im Hause töten. 39 westfälische Autorinnen

Ausstellung im Außenraum

19.06.2022 - 15.01.2023

 

Diese Ausstellung war längst überfällig. Erstmals werden ausschließlich Autorinnen aus Westfalen in den Blick gerückt. Das zeitliche Kontinuum ist dabei weit gespannt. Es setzt im 18. Jahrhundert bei der "ersten Dichterin" Westfalens, Amalie von Donop, ein und reicht bis in die unmittelbare Gegenwart. Die Werdegänge der vorgestellten Schriftstellerinnen sind so unterschiedlich wie ihre Texte. Diese schließen emanzipatorisches Streben ebenso ein wie radikalen Individualismus, lyrische Experimente, Kinder- und Jugendliteratur, Performance-Art, Aktivismus, populäre Unterhaltungsliteratur, Salonliteratur, Film, Musik, Theater und Satire. Was die meisten Autorinnen über Jahrhunderte verbindet, ist ihr erschwerter Zugang zu einer von Männern dominierten Literaturszene. Das gilt für die genannte Amalie von Donop, die ihrer Gesellschaft einen satirischen Spiegel vorhielt, ebenso wie für eine Katharina Schücking, von der der Satz überliefert ist: "wär ich doch kein Weib geworden! daß sich so geduldig in all’ die Fesseln und Einschränkungen des bürgerlichen Lebens schmiegen und … doch immer sich derselben Bestimmung fügen muß." Ganz ähnlich dichtete die Droste: "Wär’ ich ein Mann doch mindestens nur, / So würde der Himmel mir raten". Autorinnen heutiger Tage finden zwar leichter Zutritt zu einer Literaturszene,
stoßen jedoch weiterhin auf reichlich Widerstände. Immerhin bieten sich ihnen inzwischen mehr Möglichkeiten, eigenen Raum im Literaturbetrieb zu schaffen, wie zum Beispiel Lütfiye Güzel zeigt, die den Verlag "Go-Güzel-Publishing" gründete. Diese Ausstellung präsentiert also ein buntes, kaleidoskopartiges Spektrum, das mannigfachen Raum für Entdeckungen bietet. Lernen Sie 39 Dichterschwestern kennen, die – leider – nur in den wenigsten Fällen miteinander bekannt und in den meisten Fällen Einzelkämpferinnen waren. Eins aber verbindet sie: die unbedingte Entschlossenheit, mit der sie ihre literarischen Ziele verfolg(t)en.

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