Alles Krise oder was?

Philosophische und literarische Texte zum Begriff der "Krise" und zu Krisenerfahrungen

Bild: Jens van Zoest

Kurt Tucholsky notierte: „Krise ist jener ungewisse Zustand, in dem sich etwas entscheiden soll: Tod oder Leben – Ja oder Nein.“ Krisen hat es immer geben, gesellschaftliche und ganz persönliche. Aber die Zahl und Wucht der Krisen hat in den letzten Jahren so stark zugenommen, dass wir uns in existentielle „Grenzsituationen“ (Karl Jaspers) geführt sehen, die uns zwingen, unser Leben unter veränderten, wohl auch schmerzhaften Zielsetzungen neu auszurichten, um drohende Katastrophen abzuwenden. Anhand philosophischer Texte werden die Konturen des Begriffs der „Krise“ geschärft, ausgewählte literarische Texte vergegenwärtigen existenzielle Krisenerfahrungen und machen das beklemmende Schwanken zwischen Hoffen und Bangen spürbar. Im Gespräch mit dem Publikum soll es um die Frage gehen, ob es noch Raum gibt für die optimistischere Sicht von Max Frisch: „Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“

 

SA 25.03.2023 | 19.30 Uhr

Lesung + Gespräch

Alles Krise oder was? Philosophische und literarische Texte zum Begriff der „Krise“

Rezitation: Martin Brambach, Christine Sommer

Philosophische Einführung: Michael Quante

Eine Veranstaltung im Rahmen von „outside | inside | outside. Literatur und Psychiatrie“, ein intermediales Projekt der Literaturkommission für Westfalen mit zahlreichen Netzwerkpartnern.

VVK: 12,00 € / 10,00 €; AK: 14,00 € / 12,00 €

 

Literaturliste zu der Veranstaltung

[1.]    Ilija Trojanow: La Méduse, aus: Der überflüssige Mensch, Residenz Verlag,
St. Pölten-Salzburg-Wien 2013
[2.]    Johann Wolfgang von Goethe: Aus meinem Leben, aus: Dichtung und Wahrheit,
(zitiert nach der Hamburger Ausgabe, Bd. IX, S.30f.)
[3.]    Heinrich Heine: Bericht über die Cholera in Paris, für die Augsburger „Allgemeine Zeitung“ aus Paris, 19. April 1832 (zitiert nach: Werke und Briefe, Band 4, Berlin und Weimar 1972, S. 451f.)
[4.]    Albert Camus: Die Pest, aus: Die Pest, dt. Übersetzung Hamburg 1983, S. 254-256
[5.]    Blaise Pascal: aus den „Pensées“, dt. Übersetzung „Gedanken“, Verlag Schibli-Doppler:
    Birsfeld-Basel, o. Jahr
[6.]    Heinrich von Kleist: Briefe an Marie und Ulrike von Kleist, aus: Sämtliche Werke und Briefe in vier Bänden. Vierter Band. Hamburg 1977
[7.]    Benjamin Maack: Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein,
Frankfurt am Main 2020 (der gelesene Text war eine Zusammenstellung von Textstücken aus dem gesamten Buch)
[8.]    Ulrike Guérot: Wer schweigt, stimmt zu, Frankfurt am Main 2022
[9.]    Byung-Chul Han: Die Krise der Wahrheit, aus: Infokratie. Digitalisierung und die Krise
der Demokratie, Berlin 2021
[10.]    Richard David Precht & Harald Welzer: Die vierte Gewalt (Einleitung),
Frankfurt am Main 2022
[11.]    Bernd Stegemann: Political Correctness und Cancel Culture, aus: Die Öffentlichkeit
und ihre Feinde, Stuttgart 2021
[12.]    Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos, aus: Der Mythos von Sisyphos:
Ein Versuch über das Absurde, Reinbek 1959

 

 

Unsere Partner und Projektförderer

Kulturpartner