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Literaturpreise sind Gradmesser, ein Kompass im unübersichtlichen Literaturbetrieb. Das gilt auch für den Rottendorf-Preis für Verdienste um die niederdeutsche Sprache. Anfangs traditionell orientiert, verhalf er der zeitgemäß-kritischen westfälischen Mundartdichtung zum Durchbruch. Die Ausstellung 11 Farben Niederdeutsch präsentiert Stimmen dieser »neuen Mundart«, darin eingeschlossen drei musikalische Songpreisträger: Strauhspier, pattu und Hannes Wader. Die Ausstellung zeigt das große literarische Potenzial einer westfälischen Mundart, die ihre Vorbilder in der modernen deutschen Mundart-Poesie suchte und fand – aufgeschlossen für Experimente und mit einem weltoffenen Blick »über den Zaun«.

Eine Ausstellung der Rottendorf-Stiftung, Ennigerloh.

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Heinrich Schürmann ist ein Glücksfall für die niederdeutsche Mundartdichtung. Er bereichert sie durch eine eigene Facette, die Visuelle Poesie. Hinzu kommt eine gewisse Schalkhaftigkeit, etwas Humorvoll-Hintergründiges, das in der modernen niederdeutschen Literatur eher selten anzutreffen ist. Auch sein unbefangener Umgang mit der Literatur- und Kunstgeschichte ist ein besonderes Spezifikum Schürmanns. Pop-Art op Platt – das gab es in dieser Form nicht, bis Heinrich Schürmann es einfach versuchte, dann praktizierte und mithilfe von Computer-Grafikprogrammen perfektionierte.

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